Das Konzept

Im Podcast verweist Drosten auf eine britische Studie, in der genau untersucht wurde welche Klassen-Einteilung den besten Schutz vor Infektionen bietet. Dabei gab es einen klaren Sieger und damit auch eine deutliche Empfehlung, nämlich für eine Gruppenbildung entlang der sozialen Kontakte der SchülerInnen. Hintergrund ist, dass dadurch Gruppen gebildet werden, die auch in der Freizeit Kontakte haben und damit eine effektivere Abschottung zwischen den Gruppen möglich ist, was für den Infektions-Schutz ja auch das Ziel ist.
Pädagogisch ist das allerdings in Reinform angewendet vermutlich problematisch, da es schnell zu sozialen Neben-Effekten kommen kann die nicht erwünscht sind (Beispiele s.u.). Daher die folgenden Überlegungen. Es ist allerdings darauf hinzuweisen, dass es sich bei dem ganzen in erster Linie nicht um eine pädagogische, sondern eine medizinische Not-Massnahme handelt die auch zeitlich befristet ist. Jede Einschränkung der vorgeschlagenen Logik vermindert auch die Schutzwirkung – das muss sorgfältig abgewogen werden. (sn)

Pädagogische Überlegungen

(dt) Ich bin nicht so firm in den technischen Rahmenbedingungen und Möglichkeiten und kann wahrscheinlich eher pädagogische Überlegungen anbringen. Und vielleicht können die „Profis“ etwas davon in die Überlegungen zu Konzepten und Umsetzungsmöglichkeiten einbeziehen.

Was ich in den letzten Monaten wahrgenommen habe:

Grund- und Oberschulschüler*innen werden zu häufig als eine Gruppe verallgemeinert; viele Grundschulkinder haben nicht gekernt sich selber zu strukturieren, sich zu versorgen und autark zu lernen, es werden viele zwischen Fragen gestellt, Orientierungshilfen benötigt etc., was den für Hausunterricht erschwert, wenn Eltern arbeiten müssen.

Hybridunterricht ist toll, da die Klassen eh zu groß und heterogen sind, Klassenstärken von in 15 statt 24-32 Schüler wäre ein Traum für Schüler*Innen und Lehrer*Innen und für die Umsetzung der Hygienestandards, nur muss es dann eine Doppelsteckung geben (Tandem), denn die Hybridler müssten in den Unterrichtsraum zugeschaltet werden, damit sie pädagogisch versorgt sind und den Anschluss nicht verlieren (bei älteren Schüler*innen der Oberstufe wäre hier selbstständiges Bearbeiten mit Vernetzung- oder Chatmöglichkeit sinnvoll) ; Ein Lehrer*in kann nicht Präsenzunterrichten und gleichzeitig online begleiten (pädagogisch Unterrichtshilfen, Referendare oder „Assistenten“ könnten unterstützen).

Nur tage- oder wochenweiser Wechsel macht organisatorisch für alle beteiligten Sinn (arbeitende Eltern, Schüler*innen, Fahrdienste für beeinträchtigte Kinder etc.).

Inhalte sollte in der Präsenzunterricht vermittelt werden, zu Hause Wiederholung des erlernten – keine neuen Inhalte (Eltern kennen Methoden nicht, sind z.T. selber überfordert etc.).

Viele Schulen haben hier immer noch keine Tablets/Ipads, geschweige denn Wlan was Internetzugang für mehr als 2 Personen der Klasse ermöglicht- schlecht für Hybrid mit Onlinepräsenz/ Präsenz parallel…

Zu den Gruppen-Einteilungen:

  • Um die Gruppen einzuteilen würde ich eine Art Multiple Choice Fragebogen gestalten, da es zwei Gruppen geben wird mit der Möglichkeit A/B anzukreuzen (bei 3 Gruppen drei Kreuzmöglichkeiten), bei offenen Antworten ist das Auswertungsprocedere zu aufwändig und vielleicht zu Komplex um für Kinder mit eingeschränkten Fähigkeiten dort angemessene Angaben geben zu können; ist natürlich enorm schwierig wenn sie allgemeingültig sein sollen
  • wenn man nur nach Freunden fragt liefert das sicher Vorteile für die Hygienevorgaben, da man ja davon ausgeht, dass sich diese Schüler*Innen dann auch in der Freizeit treffen, aber pädagogisch schwierig wenn man Ausgrenzung vermeiden will, Geschlechtermischung aufrechterhalten will, gute Lernpartner- sind nicht immer Freizeitfreunde etc. ; ich denke es sollte eine Mischung aus beidem sein- was klappt schulisch gut und geht auch ganz gut in der Freizeit- denn gerade wenn die Grundschulkinder die eng befreundet sind auch im Unterricht zusammen sind, könnte das auch „Kontraproduktiv“ werden und man hätte für die Zeit nach der Teilung einen mögliche Spaltung der Klasse (Mädchen vs Jungs, Gut vs.Schlecht, Beliebt vs.unbeliebt etc.)
  • ich würde abfragen: AG‘s, Freizeitvorlieben, Fächer, in denen man sich als gut einschätzt, Wahlpflichtkurse, Leistungskurse, Interessen, Hort oder nicht Hortkind, Geschwisterkinder in der selben Schule, ob man mit jemandem zusammen zur Schule läuft
  • Förderschwerpunktkinder sollten feste Patenkind bekommen

Epidemiologische Überlegungen

Einfach die entsprechende Passage im NDR-Podcast hören (ca ab Minute 15).

Hintergründe zum Algorithmus

Es wurde der Kernighan-Lin-Algorithmus implementiert, um die optimale Gruppen-Aufteilung zu ermitteln. Die konkrete Implementierung kann hier bei Github eingesehen werden.

Datenschutz

Natürlich ist bei so einem tool auch der Datenschutz von hoher Bedeutung. Schon bevor die erste Zeile programmiert wurde, haben wir uns dazu mit Experten ausgetauscht und ein paar Prinzipien festgelegt. Das wichtigste Prinzip dabei war uns: keine Verarbeitung der Daten auf irgendeinem Server, sondern nach Möglichkeit ausschliesslich lokal im Client (also im Browser der Anwenderin). So ist es jetzt auch realisiert. Der gesamte Code ist dadurch offen einsehbar für jede/n, ist aber auch auf GitHub dokumentiert. Das Tool ist zudem so ausgelegt, dass es mit einem Minimum an personenbeziehbaren Merkmalen auskommt, konkret ist das maximal der Vorname der SchülerIn – es funktioniert aber auch nur mit einem Pseudonym oder sogar ganz ohne derartige Angabe (auch der Vorname gilt ohne weitere Angaben als Pseudonym). Dann müssen die Zahlen/Zeilen eben analog vor Ort zugeordnet werden.
Natürlich werden darüberhinaus keine weiteren Daten erhoben, die z.B. die Zuordnung zu einer Schule, einer Klasse oder einer LehrerIn ermöglichen würden – auch keine IP Adressen oder Cookies (über die normalen Mechanismen von WordPress hinaus). Die Erfassung soll ja über einen Computer zentral z.B. in der Klasse erfolgen, daher würde im Zweifel auch nur eine Rechner-Adresse erfasst, nicht jedoch eine pro SchülerIn. Wir als Betreiber erhalten auf diese Weise keinerlei Zugriff auf die Daten, die gesamte Verarbeitung geschieht lokal im Browser der LehrerIn. Sobald das Browser-Fenster geschlossen wird, sind die Daten ebenfalls weg. Es wurde auch bewusst auf irgendein Login oder Email-Versand etc. verzichtet. Derzeit ist noch ein datenschutzfreundliches Statistik-Plugin von WordPress aktiv das keine Cookies verwendet, ggf. wird das vor dem Produktiv-Betrieb auch noch ausgebaut (wird aktuell geprüft).
Weitere Hinweise finden sich in der FAQ zum Datenschutz und in unseren offiziellen Datenschutz-Infos.